Zeitarbeit ist ein „unverzichtbares Instrument“ der Personalpolitik
(Berlin, 25.02.2010) Wie wichtig Zeitarbeit tatsächlich für Unternehmen und Arbeitnehmer ist, hat der Geschäftsführer der Liebherr Verzahntechnik, Friedrich Hesemann, nochmals betont.
Auf dem Kongress Zeitarbeit in Nürnberg stellte Hesemann in aller Deutlichkeit die Vorteile der Zeitarbeit heraus. Sein Unternehmen nutze zwar auch Instrumente wie verlängerte Arbeitszeiten, Werkverträge oder Auftragsvergaben an Dritte. Aber mit Neueinstellungen könne er nie so schnell reagieren wie mit Zeitarbeit. Zumal viele "Bewerbungsunterlagen von Zeitarbeitern so schlecht sind, die hätten wir nie eingeladen", wie die Nürnberger Zeitung die Betriebserfahrungen Hesemanns zitiert. Außerdem hätte er niemals in Flensburg eine Stellenanzeige geschaltet und damit nie den Experten ins Allgäu holen können, der ihm von einem Personaldienstleister vermittelt worden war.
Entsprechend wies Hesemann die Begrenzung der Zeitarbeit in den Betrieben, wie sie die DGB-Gewerkschaften fordern, als "großen Unfug" zurück. Ohne Zeitarbeitskräfte hätte sein Anlagen- und Maschinenbauunternehmen Aufträge an Zulieferer abgeben oder bei jeder konjunkturellen Delle Personal betriebsbedingt entlassen müssen. "Das wäre tödlich", so Hesemann laut Nürnberger Nachrichten.
Hesemann sprach auch den Klebeeffekt der Zeitarbeit an, der vom DGB-Lager immer wieder bestritten wird: Die Liebherr Verzahn- technik übernehme regelmäßig Zeitarbeitnehmer in unbefristete Arbeitsverhältnisse; jeder fünfte der Neueingestellten sei vorher in der Zeitarbeit beschäftigt gewesen. Eine Reihe von ihnen wär bei einer direkten Bewerbung bei Liebherr niemals in die engere Wahl gekommen. Nur durch die Vermittlung über die Zeitarbeit bekamen sie überhaupt eine Chance. Hesemanns Fazit fiel eindeutig aus: In der Personalpolitik ist Zeitarbeit ein "unverzichtbares Instrument".

